Dienstag, 27. Oktober 2015

Vancity

Hallo ihr Lieben! :)
Wie ihr wisst war ich ja mit Denise am Wochenende in Vancouver/Kanada.
Ich weiß nicht wo ich anfangen soll - es lief einfach nichts wie geplant :D

Also ursprünglich wollten wir ja eigentlich mit dem Auto fahren. Meins ist aber, wie es der Zufall so will, in der Woche als wir fahren wollten mittwochs kaputt gegangen. Mein Hostdad hatte es zwar wieder repariert, jedoch wollte er dann nicht, dass ich mit dem Auto nach Kanada fahre, da sie mich nicht schnell mal hätten abholen können. Denise durfte mit ihrem Auto noch nicht so weite Strecken fahren, da sie ihren Washington Führerschein erst seit kurzem hat. Also blieb uns nichts anderes übrig als nach Bustickets zu schauen. Haben wir dann auch kurzerhand, da uns die Amtrak (Zug) zu teuer war.
Also hieß es dann Koffer packen. Für 2 Tage: ''Geht schnell – passt locker alles rein.''–''Aaalter, ich krieg meinen Koffer nicht zu!'' Ja, so oder ähnlich war es dann zum Schluss :D Aber alle Koffer waren zu, und wir hatten alles dabei.


Als ich dann Freitagabend mit der Ferry in Seattle ankam, machten wir uns auf den weeeeiten Weg zur Bus Station. 28 Minuten laufen, mit einer gefühlten 20kg Handtasche und einem gefühlt 20kg schweren Koffer. Als wir dann endlich ankamen und unsere Tickets am Schalter geholt haben, hatten wir noch ewig Zeit. Unser Bus ging 9.50pm und wir waren glaube ich schon 8.45pm da. Naja, Denise hatte ja Sub’s mitgebracht, die haben wir erstmal gegessen. Unser Bus von Greyhound  war pünktlich, unser Gepäck wurde verladen, unsere Tickets und Reisepässe gecheckt und dann gings los. Ich war überrascht, denn der Bus war echt toll! Wir hatten mega bequeme Sitze und viel Platz an den Beinen. Außerdem hatten wir Wlan und Steckdosen, wo wir unsere Handys laden konnten. Die Plätze im Bus waren nicht mal ¼ belegt aber gut. Es war ruhig, nur Denise und ich haben die ganze Zeit geredet. Im Internet stand, dass die Fahrzeit ungefähr 4h15min betragen wird. Okay, geht ja noch, dafür, dass man dann direkt in nem anderem Land ist. Naja auf jeden Fall hatte der Bus mehrere Zwischen Stationen wo immer wieder Personen ausgestiegen sind. Als wir dann in Richtung USA-Kanada Grenze unterwegs waren, waren glaube ich nur noch 5 Leute mit Denise und mir im Bus. Kurz vor der Grenze hat der Busfahrer an der Letzten Raststätte angehalten und dort gab es auch einen Duty free Shop, das heißt: Shoppen ohne Taxes :D
Ich habe mir ein Parfüm Box gegönnt mit 4 verschiedenen J'adore Parfüms. Dann ging es weiter. Gegen 1am erreichten wir dann den Grenzübergang nach Kanada. Unser Busfahrer meinte nur: ''Everybody stays in the bus!'' Okay. Er ist ausgestiegen, und hat unsere Koffer ausgepackt und ist weg gegangen. Weiß der Geier wohin, aber unsere Koffer standen da im Dunkeln, keine Sau war da. Denise und ich haben uns dann ans Fenster gesetzt und haben unsere Koffer beobachtet. Es war zwar mitten in der Nacht, aber es hätte trotzdem jeder kommen können und hätte die Koffer mitnehmen können, an der Grenze war nämlich noch ganz schön viel Betrieb für die Uhrzeit. Auf jeden Fall war dann unser Busfahrer nach ungefähr 10 Minuten wieder da und man hört nur ein ''Oops'' als er unsere Koffer draußen hat stehen sehen. Ja gut. Dort war dann ein Grenzbeamter und wir mussten alle aus dem Bus steigen und alles mitnehmen. ALLES. Mit Gepäck ging es also in das Grenzgebäude. Wir wurden dann aufgerufen und mussten unseren Zettel abgeben, den wir an der Greyhound Station ausfüllen mussten, dort wurde gefragt ob wir Alkohol, Zigaretten oder Sonstige Sachen dabei hatten, im Endeffekt wie der Zollzettel am Flughafen. Auf jeden Fall mussten wir dann unseren Reisepass vorzeigen und wir wurden Sachen gefragt. Das dumme war nur, dass der Grenzbeamte oder Zollbeamte oder wie auch immer, keinen guten Tag hatte und Denise und ich so aufgeregt waren, dass wir so grottiches Englisch gestottert haben, dass der wahrscheinlich gedacht haben muss: die dummen Deutschen :D Wir haben teilweise 3 mal Nachgefragt weil wir es nicht verstanden haben. Ich muss aber dazu sagen, dass die Amis gerne reden. Aber wenn es drauf ankommt so wie da, kriegen sie ihre Zähne nicht auseinander und nuscheln sich irgendwas in ihren Bart, dass es kein Mensch versteht. So war das also auch bei uns. Dann war der Herr noch so einschüchternd. Der hat keine Miene verzogen – nichts. Wir haben gelacht und er hat uns einfach nur ganz Böse und genervt angeschaut. Letztendlich haben wir dann aber nach einer gefühlten Ewigkeit unseren Stempel für die Einreise nach Kanada bekommen und konnten uns auch wieder zu den 3 anderen in den Bus setzen. Denise und ich haben uns dann erstmal kaputt gelacht, weil wir uns angestellt haben wie zwei Deppen :D Aber die erste Hürde war geschafft. Dann war es circa noch eine Stunde Fahrt von der Grenze bis zur Pacific Central Station in Kanada. Dann kam die nächste Hürde. Da wir ja in Kanada waren und wir eine amerikanische Simkarte haben, hatten wir somit auch kein Internet. Ich habe dann den Weg zum Hotel gescreenshotet, weil wir auch kein Taxi oder Bus nehmen konnten, da wir noch keine Kanadischen Dollar hatten. Ja, alles kam auf einmal :D Wir sind dann also um 2am losgelaufen, mitten in der Nacht, in einer Stadt, die wir nicht kannten, im Endeffekt ohne Geld bzw. ohne gültige Währung und ohne Internet.
Zu Fuß waren es ungefähr 30 Minuten von der Bus Station bis zum Hotel. Ja. 30 Minuten. Die wir liefen und dann irgendwann an einer Kreuzung standen wo ganz andere Straßennamen standen als auf den Screenshots. Dumm, dass wir uns auf der Brücke für die falsche Abzweigung entschieden haben. Wir saßen dann da auf unseren Koffern, ich glaube da war es dann schon kurz vor 3am Nachts, und wussten nicht wohin. Ich wollte dann schon zur gegenüberliegenden Polizei Station gehen und fragen ob die uns vielleicht helfen könnten. Aber dann kam ein Pärchen und das hab ich gefragt ob die Granville Street denn ist. Unser Hotel, Ramada Hotel war in der Granville Street. Der Mann zeigte nach links und seine Freundin nach rechts. Ja geil nh. Wir sind dann hinter den beiden hergelaufen, weil sie meinten sie müssen auch in die Granville Street. Okay. Das Ende von Lid war dann, dass der nette Herr uns ein Taxi bestellt hat und im Voraus bezahlt hat, damit es uns zu unserem Hotel fährt. Wir hatten ein total schlechtes Gewissen, weil wir nichts hatten, was wir ihm hätten geben können. Der Taxifahrer hat uns dann zu unserem Hotel gebracht. Halb vier waren wir dann da und dachten wir sind ich Hamburg auf der Reeperbahn gelandet hahaha. Da unser Hotel direkt auf der Partymeile lag, könnt ihr euch ja sicher ungefähr vorstellen, was da um diese Uhrzeit los war. Naja, wir waren ja wenigstens schon mal im Hotel, aber noch lange nicht in unserem Zimmer. Ich hatte Zimmer reserviert und die waren auch schon bezahlt. Die liebe Dame – nicht, an der Rezeption meinte dann wir müssten noch 100$ zahlen, Kaution. Danke Booking.com, dass davon nicht auf deiner Seite stand. Aber wir hätten ja auch selbst drauf kommen können, Kaution zu zahlen ist ja eigentlich normal. Dann kam aber das nächste. Wie sollten wir das bezahlen? Unsere Konten waren leer geräumt, wir hatten nur amerikanische Dollar dabei. Ja die liebe Frau wollte aber kein Bargeld. Gott sei Dank hatte Denise ihre Kreditkarte dabei, sonst hätten wir die Nacht wahrscheinlich auf der Straße schlafen müssen :D Juhuuuu um vier waren wir dann endlich in unserem Zimmer und gegen fünf ging dann glaube ich das Licht aus.

Samstag, 24.10.2015: 7.30am klingelte dann unser Wecker und Denise und ich dachten beide ''Halt einfach die Fresse!'':D Wir sind dann irgendwann aufgestanden, ich glaube es war so gegen 9am und haben uns fertig gemacht. Zum Frühstück gab es Ciniminis und einen 3 Liter Kanister Milch – er war einfach billiger, gell Denise :D
Wir haben dann gegen halb 11 das Hotel verlassen und uns auf den Weg in ein Cafe gemacht. Eigentlich wollten wir nur Geld wechseln, das haben wir auch gemacht, aber wir brauchten was Richtiges zu essen. Wir saßen dann im  ''Tim Hortons'' und haben leckere Muffins gegessen und Kaffee getrunken. Außerdem haben wir festgestellt, dass Kanadische Dollar echt hübsch aussehen :D











Danach ging es zum Sunset Beach. Es war zwar bewölkt und etwas frisch, aber im Großen und Ganzen hatte das Wetter mitgespielt. Und der Sunset Beach hat sich einfach gelohnt, es war echt cool dort und es waren auch relativ viele Menschen dort. Außerdem hat man einen mega Blick wenn man auf der Burrard Street Bridge steht. Man kann die rieeesigen Tanker sehen und man denkt sie stehen im Wasser, weil sie so langsam sind.
Als wir dort dann ein paar Fotos geschossen hatten, ging es kurz zurück ins Hotel um einen Snack zu essen und dann weiter zum Vancouver Lookout. Und das hat sich auch echt gelohnt! Man hat einfach einen atemberaubenden Ausblick über die ganze Stadt! Man hat einen 360° Blick, so wie bei der Spaceneedle und ganz oben ist noch ein Restaurant drin. Schaut euch einfach die Fotos an! Der ‘‘Eintritt‘‘ fürs Lookout hat 16.25$ gekostet, man konnte aber zwei Mal Hoch. Nachdem wir wieder unten angekommen waren und den Souvenirshop leer gekauft hatten, ging es weiter nach Gastown. Gastown ist eine süße Nachbarschaft, mit kleinen Gassen und süßen Häuschen. Dann ging es weiter zur weltweit ersten Steam Clock bzw. Dampfuhr. Diese wird, wie es der Name schon verrät durch Dampfkraft betrieben. Das Spielwerk der Uhr besteht aus fünf Dampfpfeifen, von denen die größte – in der Mitte des Aufbaus – zur vollen Stunde spielt. Die vier anderen Pfeifen spielen zu jeder Viertelstunde den Westminsterschlag (Westminster Quarters). Es war lustig anzusehen aber irgendwie auch etwas Besonderes, da es immerhin die älteste Dampfuhr der Welt ist. Danach haben wir uns an die Waterfront gesetzt und mal kurz eine Pause eingelegt. Mittlerweile war es auch schon dunkel geworden und wir entschieden und kurzfristig nochmal aufs Lookout hochzufahren. Wir hatten ja den Stempel auf der Hand, dass wir erst einmal oben waren. Vancouver bei Nacht zu sehen, war nochmal was ganz anderes. Da hat man erst wahrgenommen, dass die Stadt doch nicht so klein ist wie man dachte. So viele Lichter und Straßen und Autos, einfach unglaublich! 

























































Als wir dann wieder im Aufzug standen fuhr dieser erst nach Oben uns Restaurant, dort stiegen 4 Japaner ein. Der eine find auf einmal an ganz hektisch sein Handy raus zukramen und meinte nur ''Selfie, Selfie''. Ich muss dazu sagen, der Aufzug ist größten Teils offen, also man sieht schon vom Aufzug aus Vancouver von Oben. Ja auf jeden Fall wollten die ein Selfie machen, haben es zu viert aber irgendwie nicht auf die Reihe bekommen, sich so hinzustellen, dass ein Bild darauf wird. Also tänzelte der eine in der Ecke rum so, dass ich schon nach Denise schaute und sie schon mit dem Gesicht zu Wand stand. Ich muss mich beherrschen, dass ich nicht anfange zu lachen. Als ich dann aber meinen Schal etwas höher ins Gesicht zog und Denise anschaute prusteten wir beide los als gäbe es kein Morgen. Es war einfach zu lustig wie die da versucht haben eine Selfie zu machen und getanzt haben :D Wir sind aus dem Aufzug gestürmt und hatten 10 Minuten Später immer noch einen Lachflash, weil wir einfach das Bild nicht aus dem Kopf bekommen haben. Danach war unser Sightseeing Day beendet und wir sind wieder ins Hotel gelaufen. Als wir dort ankamen setzten wir uns noch draus davor und beratschlagten, was wir denn jetzt abends machen oder wohin wir gehen. Denn da ich mit 19 Jahren in Vancouver oder Kanada allgemein schon volljährig bin, wollten wir das nutzen und feiern gehen. Auf einmal sprach uns Insa an. Insa kommt aus Deutschland und mach in Vancouver Work and Travel. Sie war mit ein paar Freunden und Arbeitskollegen direkt in der Bar neben unserem Hotel. Wir unterhielten uns eine gefühlte Ewigkeit, bis wir dann unsere Nummern getauscht hatten und gesagt hatten, dass wir uns später treffen. Wir sind dann ins Hotel hoch und haben uns noch ein wenig frisch gemacht und sind dann wieder runter zur Bar wo wir uns mit Insa und ihren Freunden getroffen haben. Crazy sage ich euch :D Es war ein sehr cooler Abend und wir sind dann noch in einen Club weiter gezogen und haben da gefeiert. Da die Clubs in Kanada oder allgemein auch in den USA zwischen 1am und 3am einfach zu machen und alle rausschmeißen, hatten wir dann beschlossen, dass wir um 2 gehen und uns noch eine schöne Restnacht auf dem Hotelzimmer machen, haben wir dann auch mit deutschem Bier und Musik. 

Als die Nacht dann gegen halb 6 ihr Ende nahm klingelte dann auch schon um 8am unser Wecker. Es hieß Koffer einpacken und um 11am Check-out aus dem Hotel. Wir waren pünktlich – was erwartet man auch anderes von den Deutschen :DD Konnten dann Gott sei Dank unsere Koffer in der Lobby stehen lassen wodrauf geachtet wurde. Wir haben uns dann aufgemacht zum Vanier Park. Der war relativ gut zu Fuß zu erreichen und es war einfach mega schön dort! Wir haben viele tolle Bilder gemacht!


























Leider mussten wir uns gegen 2pm wieder auf zum Hotel machen. Auf dem Weg dorthin haben wir uns noch jeder was vom Subway gekauft und dann unsere Koffer abgeholt. Draußen haben wir uns dann ein Taxi ‘‘gewunken‘‘ und das hat uns dann wieder zur Pacific Central Station gebracht, wo unser Bus in Richtung Seattle um 4pm gefahren ist.
Ja. Nichts ist unmöglich! Wir hatten bisher das tollste und lustigste Wochenende überhaupt und es tat auch einfach mal gut komplett von Zuhause rauszukommen. Nicht an seinem Arbeitsplatz zu wohnen sondern einfach mal wo anders zu schlafen und neue Sachen zu erkunden. Das war garantiert nicht unser letzter Besuch in Vancouver! Auf unserer To-See Liste fehlt noch die Granville Island, der Lynn Canyon Park und der Stanley Park. Aber das hätten wir einfach nicht mehr alles geschafft. Wir sind das Wochenende 15km gelaufen, hatten aber trotzdem schmerzenden Rücken und brennenden Füßen ein total tolles Wochenende! Vancouver kann ich wirklich jedem empfehlen!
Ja ich entschuldige mich für so viel Text, aber ich musste das einfach berichten, weil wir so viel erlebt haben!
Die nächste lustige Geschichte kommt bestimmt :) 
Bis bald :)